Unterwegs I

Tag 6.

Sechs Tage mit der gleichen Gruppe unterwegs.
Zwischen Abgrenzungsbedürfnis und Teambuilding - Maßnahmen. Morgens um 06:30 hat niemand Lust auf Small-Talk. Dachte man. Abends wollen bestimmt alle noch in eine Kneipe. Und dann pennt man um acht am Küchentisch ein. Lernreise 2015 - auf vielen Ebenen.

Irgendwie läuft das aber schon ziemlich gut. So regelmäßig, gesund und ausgewogen haben viele schon lange nicht mehr gegessen. An dieser Stelle ein Appell an die Personen, die immer dieses Frühstück inklusive Kaffee, Obst, verschiedenen Aufstrichen und Müsli zaubern: Wer seid ihr? Kann man sich bei euch revanchieren? Und wer war dieses Mal einkaufen? Knut schon wieder!? Danke.

Es macht Spaß mit diesen Menschen unterwegs zu sein, die ihre Bedürfnisse klar äußern, sie aber auch mal zurückstecken können. 

Sechs Tage quer durch Deutschland.
Berlin - Rostock - Bielefeld - Mannheim.
Wir verbringen viel Zeit auf der Autobahn, sehen Städte und Dörfer vorbeiziehen, die Landschaft verändert sich.
Bielefeld ist das neue Offenbach, sagt man. 
Berlin kommt ganz gut zwei Wochen ohne uns klar. 
Während der Fahrt setzt sich das Erlebte. Zwischen den Stationen gibt es für eine Weile nichts zu tun und man kommt dazu, sich zu fragen: Wie geht's mir eigentlich? 

Sechs Tage qualmende Köpfe.
Egal ob auf der A7 Richtung Bielefeld, abends um viertel vor acht am Küchentisch oder beim Frühstück - die Gedanken und Gespräche kreisen um die Schulen, die wir bisher gesehen haben. Mittlerweile haben wir die Werkstattschule/Rostock, das Oberstufenkolleg/Bielefeld und die August-Class Schule/Harsewinkel besucht und waren an jeder Schule neu begeistert, haben andererseits aber auch tausend neue Fragen. 

Wie meistert eine Schule den Balanceakt zwischen gesellschaftlichen Anforderungen und ihrem Bildungsideal? Wie viel Zeit steckt wirklich im Lehrerberuf?
Sollte an der Uni nicht eigentlich Kommunikationspsychologie und weniger Fachdidaktik unterrichtet werden? Wie sinnvoll ist es, Schüler_innen das Zuspätkommen zu erlauben?
Ist das Abitur wirklich das A und O der schulischen Bildung? Und warum werden so wenige Abiturienten Malermeister? 
Welche gesellschaftliche Funktion hat Schule denn überhaupt? 

Nach aufeinanderfolgenden Schulbesuchen am Mittwoch und Donnerstag und in den Zeitplan gequetschten Reflexionszeiten inklusive Fahrtwegen wollen unsere Batterien aufgeladen werden. Wie gut, dass das Wochenende ansteht.
Wir sind in Mannheim, gehen gleich essen und lassen bald ein paar Ergebnisse der ganzen Reflektiererei folgen!