Aus dem Tagebuch von Hanna - Rostock und der Lernreisestart.

Es ist 7.40 am Montagmorgen. Im strahlenden Sonnenschein sind wir von unserer Gastgeber-WG aufgebrochen und folgen nun dem Schülerstrom ins Innere der Werkstattschule.

Im Kreis der Lernreisenden verteile ich unseren in der Vorbereitung erstellten Beobachtungsbogen. Als Schulkontaktperson bin ich nervös, ob Frau Hentschel uns bereits im Atrium erwarten wird. Hoffentlich verläuft unser Hospitationsbesuch wie abgesprochen. Ein kurzer Zweifel, ob wir am richtigen Tag an der WiR sind, weil uns niemand im Atrium zu erwarten scheint.

Dann geht alles sehr schnell: Frau Hentschel begrüßt uns und bringt uns in den Grundschulbereich. Noch eben im Bus sitze ich nun hinten in einem Lernraum als Beobachterin. 

Und in diesem Moment fällt alles von mir ab: die Anspannung und Aufregung des Morgens, die Fülle der Erwartungen an die kommenden zwei Wochen und die Erschöpfung und Leere der letzten Tage vor der Abfahrt. 

Eine Woche vor Reisebeginn, als nichts mehr zu planen, sondern nur noch zu erleben war, fanden so viele letzte Absprachen und Vorbereitungen zum Crowdfunding, den Vorbereitungen zu den Schulkonzepten und der Organisation eines Ersatzhospitationsplatzes statt, dass ich bei der Abfahrt nicht mehr wusste, warum und mit welcher Frage ich auf Reise gehe.

Bis zu diesem Moment hatte ich das Gefühl, mich im Projekt etwas verloren zu haben. Alles gegeben zu haben – und jetzt brauche ich Inspiration. Und an diesem Morgen überfällt sie mich. 

Es prickelt in meinem ganzen Körper, als ich erahne, welche Haltung hinter diesem freundlichen, offenen Schulbau liegt, in welchem sich die Schüler- und Lehrerschaft zum Morgenkreis versammelt, um gemeinsam die Woche zu beginnen.

Es geht los. Und meine geschärften Sinne lechzen nach Eindrücken, die ich aufsaugen kann. Endlich!